
Das inzwischen restaurierte Original des "Salvator Mundi" war stark beschädigt.
Seit Jahrhunderten gehörte das Kopieren von Meisterwerken zur Malereiausbildung.
Dieses Privileg war aber nur wenigen auserwählten "Meisterschülern" möglich.
In Zeiten von Internet und Digitalisierung hat fast jeder Zugang zu solchen Vorlagen. Mit Laptop und Tablet sind maßstabsgetreues
Konstruieren und Vergrößerungen von Details möglich.
Das wichtigste ist aber, wie es in der Malerei schon seit Jahrhunderten geübt wird, die exakte Betrachtung.
"Öffne die Augen! Es genügt gut zu sehen, um zu verstehen."
(Leonardo Da Vinci)



Auf diese Weise kann man noch heute etwas von Leonardo da Vinci oder anderen alten Meistern lernen.
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Technische Herausforderungen
„Any sufficiently advanced technology is indistinguishable from magic“,
Arthur C. Clarke, Profiles of the Future (1962).
Malerei ist dennoch kein Hexenwerk...
"Das Gelingen ist manchmal das Endresultat einer ganzen Reihe missglückter Versuche" (Vincent van Gogh).
Material, Stoff, Oberflächen

Wasser
Für das Malen von Wasser lassen sich je nach dargestellter Situation sehr unterschiedliche Techniken verwenden. Himmelsspiegelungen sind oft hellblau, wobei Blautöne zugleich ein Gefühl von Kühle und Frische vermitteln. Wellenbewegungen lassen sich mit Hilfe von Spiegelungen und Lichtreflexen wider geben, dabei wird mit weiß ein Glanzeffekt erzeugt, der der Struktur folgt. Der Eindruck einer landschaftlichen Perspektive lässt sich durch eine zum Horizont hin heller und unschärfer werdende Lichtspiegelung erzeugen.

Gestein
Zerklüftetes Gestein lebt von Licht und Schatten, d. h. also Kontrasten. Die Strukturen sind so ausgerichtet, dass sie geologischen Formationen entsprechen, wobei Brüche und Spalten mit dunklen Farbtönen hervorgehoben werden. Farbtöne an der Oberfläche können je nach Gesteinsart unterschiedlich sein oder wechseln, wie z.B. bei Marmorstrukturen. Großflächige hellere Bereiche können einen Lichteinfall simulieren.

Haut
Die Darstellung von Haut basiert auf dem Verständnis von Farben und Licht-/Schattenwirkung. Haut besteht aus vielen Farbtönen. Für einen natürlich wirkenden Effekt ist das Zusammenwirken von Farbwahl und -anordnung mit Licht und Schatten wesentlich. So lassen sich Oberflächenstrukturen, wie Vertiefungen oder Falten darstellen. Farbübergänge können entweder fließender oder klarer abgegrenzt sein, was den Eindruck von eher weicher bzw. grober Haut vermittelt.

Holz
Holz bbzw. Holzoberflächen sind vor allem durch die Struktur der Maserung darstellbar. Dabei kommt ein hell-dunkel Konztast in einem bräunlichen Farbton zum Einsatz. Perspektive und Räumlichkeit lassen sich durch die Ausrichtung der Maserungen simulieren. Verfärbungen, Astlöcher, Flecken oder Holzwurmfraß verleihen der Struktur Natürlichkeit.

Metall
Metalleffekte lassen sich darstellen, indem starke Kontraste Grenzen zwischen sehr dunklen Schatten und hellen Oberflächen bilden. Helle Farben, insbesondere weiß, können Glanz und Spiegelung vortäuschen. Die Farben hängen von der Art des darzustellenden Metalls ab. Verschiedene Grautöne mit einem Hauch Blau eignen sich für Silber oder Stahl, Gelb- oder Rottöne für Kupfer, Messing oder Gold.

Glas
Beim Malen von Glas müssen Licht, Transparenz und Reflexionen betont werden. Das Farbspektrum ist wesentlich umfangreicher als die nur leicht ausgeprägte Farbe des Glas, da Spiegelungen der Umgebung auf die Oberfläche treffen. Helle Kontraste zu dunklen Bereichen können den Eindruck von Reflexionen erzeugen. Boden und Rand eines Glases sind oft dunkler und wirken weniger transparent. Sie definieren die Form des Glases vor einem dazu im Kontrast stehenden Hintergrund. Durch Lichtbrechung entstehen Verzerrungen.
Haare und Fell
Fell oder Haar lassen sich in einer Kombination aus Struktur und Glanz darstellen.

Haare
Der Fall oder Schwung von Haaren oder einer Frisur ist vielschichtig. Ein an die Haarfarbe angepasster dunkler Farbton kann die Schattenbereiche einer Frisur darstellen. Damit wird auch die Struktur bzw. die Wuchsrichtung der Haare erfasst. Hellere Bereiche lassen sich zunächst aussparen und hellere Farben darüber gelegt, können den Lichtglanz des Haars suggerieren. Wo direktes Licht auf die Haare fällt sind sie am hellsten.

verfilzte Haare
Filz oder verfilzte Haare haben eine unregelmäßige, in verschiedne Richtungen verlaufende Textur. Grobe oder großflächige Bereiche können mit feinen, kleinen abwechseln. Dadurch wirkt der Filz unregelmäßig und zugleich natürlich. Dunkle Farben geben dabei die Tiefenwirkung der Frisur oder des Gewebes vor, indem sie Schattenbereiche darstellen. Farben greifen manchmal das Licht der Umgebung auf und stellen zugleich die Grundfarbe des Gewebes dar.

glänzende Fell
Der Glanz eines Fells wird durch helle Farbtöne in starken Kontrast zur Fellfarbe dargestellt. Wichtig ist dabei, dass die Anordnung der hellen Areale der Form des Objekts entspricht, z.B. der Anatomie eines Tierkörpers. Die Übergänge zu den dunkleren Stellen sind fließend, wobei der Übergangsbereich klein gehalten wird, um die Kontrastwirkung nicht aufzuheben. Stellen mit längerem Fell können die Grundfläche überlagen und Schatten werfen, z.B. eine Mähne.

zotteliges Fell
Zottelige oder struppiges Fell bildet oft zusammenhängende Büschel. Lockere, sich überlagernde Pinselstriche in unterschiedliche Richtungen, können den Eindruck von Volumen und Struktur erzeugen. Strähnen dominieren die Oberfläche, dabei deuten untersiedliche Längen eine natürliche Unordnung an.
Textilien
Das Malen von verschiedenen Stoffen ist sehr komplex zumal nicht nur Falten und Form, sondern auch Struktur und Muster, welche von der Art des Textils abhängen dargestellt werden müssen.

glänzender Stoff
Glatte und glänzende Stoffoberflächen lassen sich mit hellen und dunklen Abstufungen desselben Farbtons erreichen. Dabei steht die Stärke des Kontrasts im Zusammenhang mit der Intensität des Lichteinfalls. Auch können in heller Farbe farbige Lichtreflexionen der Umgebung angedeutet werden, was den Glanzeffekt erhöht. Die Schattenbereiche entsprechen der Falten- bzw. Gewebestruktur des Stoffs.

Strickerei
Gestrickte oder gehäkelte Textilen werden genauso wie geflochtenes oder gedrehtes durch ihre Struktur charakterisiert. Das Muster selbst wird als hell/dunkel Kontrast hervorgehoben, wobei die Kontraststärke je nach Lichtverhältnis unterschiedlich sein kann. Beim Malen dieser Strukturen ist es wesentlich, deren Verlauf an die Faltung/Bewegung des Textils anzupassen. Das heist z.B. ein gestricktes Zopfmuster wird mit Verzerrungen, Verschiebung oder Versatz gemalt.

gemusterter Stoff
Stoffmuster werden im Prinzip ähnlich behandelt wie Strickmuster. Der wesentliche Unterschied liegt aber darin, dass die Musterstrukturen nicht als hell/dunkel Kontrast, d.h. als reliefartig erhaben dargestellt werden. Bedruckte Stoffe oder eingewebte Muster haben eine einheitliche Oberfläche ohne Tiefenwirkung. Allein die Textilfalten, Knitter oder Säume haben eine räumliche Struktur, welcher aber das Stoffmuster in seiner Farbigkeit folgen muss, um realistisch zu wirken.

Schleier und tranzparente Stoffe
Durchsichtige Gewebe lassen sich als zweite Schicht über den vom Stoff verhüllten Untergrund malen. Dabei lässt sich die Transparenz besonders betonen, wenn die Faltung des Schleiers nicht der der Struktur des Untergrundes folgt. Die Intensität der zweiten Farbschicht gibt die Stärke der Transparenz wider: je dicker der Farbauftrag, desto weniger transparent wirkt das Gewebe.
Moderne Stadtansichten aus historischer Perspektive

Esslingen, Neckarhaldenweg um/nach 1850
Seit der führen Neuzeit waren Stadtansichten ein beliebtes Motiv für Kupfer- oder Stahlstiche, Aquarelle oder auch Ölbilder. Dabei lag der Fokus einerseits auf einer realistischen Darstellung andererseits aber sollte eine idealisierte Atmosphäre, die Schönheit des Ortes herausstellen.


Die Bilder zeigen den Kotrast ziwschen historisch und modern, sie transportieren die Darstellung einer idealtypischen Atmosphäre in die heutige Zeit.
Esslingen, Neckarhaldenweg 2025, Ölfarbe auf Holz
Etliche historische Gebäude sind bis heute erhalten, die bauliche Situation in deren Umgebung hat sich aber oft stark verändet.
Die Macht der Bilder: P0litische Kunst
Politische Kunst war schon in der Antike ein wichtiges Instrument, sowohl für Propaganda von Herrschenden als auch als Prostest von Widerständlern.
"Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar"
Paul Klee, Schöpferische Konfession, 1920
Bilder werden schneller verinnerlicht als Texte, sie können eine spontane und unbewusste Reaktion auslösen, bevor das Gesehene rational verarbeitet wird, sie können auf einer emotionalen Ebene die öffentliche Meinung oder sogar die Geschichte beeinflussen.
"Kunst ist die Lüge, die es uns ermöglicht, die Wahrheit zu erkennen."
Pablo Picasso

Eugène Delacroix malte anlässlich der Julirevolution von 1830 eines seiner bekanntesten Werke mit dem Titel "La Liberté guidant le peuple" (die Freiheit für das Volk an). In der europäisch-westlichen Kultur symbolisiert das Bild die Emanzipation eines Volkes von unterdrückerischer Herrschaft. Es ist eine der berühmtesten Darstellungen der Freiheitsidee in der Kunstgeschichte.
Themen und Ideen alter Meister lassen sich auch auf aktuelles Zeitgeschichten übertragen.

Die Gazakriegs-Version zeigt verschiedene individelle Schicksale von realen Personen, die vom Krieg betroffen sind, diesem zum Opfer gefallen sind oder die auch für Freiheit eingetreten sind. Diese stehen exemplarisch für immer wieder geschehene Angriffe auf humanitäre Helfer, auf Journalisten, Kinder oder alte Menschen, deren Schicksal auch ein Symbol für die Geschichte des Konflikts ist. Eine der dargestellten Personen thematisiert, dass ein Großteil der Einwohner von Gaza Vertriebene aus anderen Landesteilen sind. Leere Töpfe sind ein Symbol für Krieg gegen Zivilisten durch Hunger. Es zeigt aber auch überlebende, z.B. Mohammed Altooli, der sich als Journalist und Bürgerrechtler für Frieden und Verständigung mit Israel einsetzt.
Bilder vermitteln auf einer eigenen Ebene Botschaften, sei es politisch oder persönlich. Kunst wird interkulturell verstanden und vermittelt nicht nur neue Perspektiven, sondern baut Brücken zu fremden Kulturen. Ein wesentlicher Punkt sind Emotionen, die von Bildern hervorgerufen werden.
Stimmungen und Emotionen
"Kunst hat die Aufgabe wachzuhalten, was für uns Menschen so von Bedeutung und notwendig ist".
(Michelangelo)
Michelangelo meinte damit, dass Kunst nicht nur der Ausschmückung dient, sondern eine sinnvolle Funktion für das menschliche Zusammenleben und das individuelle Bewusstsein hat. Farben, Formen oder Kompositionen können ein Mittel sein, Emotionen zu ergründen, zu verstehen und zugleich auch ausdrücken oder beim Betrachter auszulösen.
Bildkompositionen

Goldener Schnitt
Der berühmte "Goldene Schnitt" bezeichnet ein Proportionsverhältnis, das in der Natur oft vorkommt und deshalb als besonders harmonisch empfunden wird.
Die "sectio aurea" besteht in der Zerlegung einer Strecke in zwei Teile und zwar so, dass die längere Teilstrecke zur kürzeren Teilstrecke in demselben Verhältnis steht wie die Gesamtstrecke zur längeren Teilstrecke.
Erkannt und beschrieben wurde der Goldene Schnitt erstmals im 3. Jh. v. Chr. durch den griechischen Mathematiker Euklid.
Für das Portrait von Michael Jackson diente ein Foto als Vorlage, der Hintergrund ist ein Fantasiegebilde.
Bei einem Bildformat von 80 x 80 cm liegt die Lampe im Hintergrund im Bereich des Goldenen Schnitts.
Die roten und gelben Lichtstrahlen orientieren sich an der Beinhaltung. So werden Person und Hintergrund miteinander verwoben.
Fotovorlagen entsprechen meist nicht dem Bild, das man sich vorstellt, sie sind oft nur ein grober Anhaltspunkt.
Die Anordnung des oder der Motive spielt eine große Rolle für die Bildwirkung.
"Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht."
Caspar David Friedrich

Darf es noch ein Schiffchen mehr sein?

"Schiffe versetzten" statt "Schiffe versenken"

Licht, Schatten, Formen, Farben
Atmosphäre
Während Kompositionen den Rahmen liefern, erzeugen Farben und Licht-Schatten-Effekte stimmungsvolle Szenen.
Komplementärkontraste bestehen aus zwei Farben, die sich im Farbkreis direkt gegenüberliegen. Diese Farbkombination bildet einen farblichen Gegensatz und die Farben heben sich dadurch gegenseitig hervor. Bei gleichzeitigen hell-dunkel-Kontrast wird diese Wirkung noch verstärkt.
Bewegte Bilder
Auch Filme und Videos eignen sich als Bildmotiv.
"...Figuren von statuarischer Starrheit: etwas undefinierbares Altes, Erhabenes, Religiöses im Rhythmus ihrer Bewegung, ihrer seltsamen Unbewegtheit."
(Paul Gaugin)


„Mens agitat molem“
„Der Geist bewegt die Materie“
(Vergil, Aeneis, Buch VI)
Vergil meinte damit, dass Ideen und Wille die physische Welt gestalten.


















